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  • Sabine

bell Hooks – Die Bedeutung von Klasse


Wie die Sprachnachricht einer guten Freundin. So lässt sich „Die Bedeutung von Klasse“ von bell hooks (2020 erschienen beim Unrast-Verlag) vereinfacht auf den Punkt bringen. Denn in ihrem Werk erzählt hooks von ihren Erfahrungen als Schwarze Frau aus der Arbeiter*innenklasse mit wirklich vielen persönlichen Erlebnissen. Angefangen von ihrer Kindheit, über ihre Studienzeit, bis hin ins Erwachsenenalter und ihrem „Aufstieg“ in ein weißes Milieu der akademischen Mittelklasse. Durch die persönlichen Eindrücke hat man dabei nicht nur das Gefühl näher am Thema zu sein, gleichzeitig ist das Thema Klassismus dadurch überhaupt nicht trocken, sondern interessant unterfüttert.



Über die Autorin

bell hooks ist als Schwarze Feministin wohl allen in unserer Bubble ein Begriff. 1952 als Gloria Jean Watkins geboren, nutzte sie den Namen ihrer indigenen Großmutter als Pseudonym, den sie konsequent klein schrieb (daher mache ich das hier auch).

Sie wuchs mit fünf Schwestern und einem Bruder in Kentucky auf und studierte in Stanford und an der University of Wisconsin-Madison. Ihren Doktor machte sie an der University of California. Als intersektionale Feministin und Schwarze Frau, hielt sie verschiedene Vorträge und veröffentlichte neben unzähligen Aufsätzen eine Reihe spannender Bücher. Wie sicher viele von euch mitbekommen haben, verstarb bell hooks letztes Jahr im Dezember, im Alter von 69 Jahren.



Gender, race und Klasse

In den ersten Kapiteln wird eingängig beschrieben, wie das Leben der Großfamilie von ihrer Klasse und Hautfarbe geprägt wird. Besonders im Gedächtnis ist mir dabei der Umgang mit Wasser geblieben: bell Hooks beschreibt, wie sie durch das Verhalten und die Erziehung ihrer Eltern dachte, ihr sparsamer und sorgsamer Umgang mit Wasser sei bei allen Menschen ebenso ausgeprägt. Allein schon deswegen, weil Wasser eine kostbare Ressource ist, die man nicht verschwendet. Tatsächlich hatte die Sparsamkeit ihrer Eltern auf einer anderen Ebene auch etwas mit ihrer Klasse zu tun. Da sie auf ihren Wasserverbrauch achten mussten, um Geld zu sparen.

Während der Uni-Zeit hatte bell hooks häufig das Gefühl nicht dazu zugehören. Als Person am falschen Platz zu sein und alle Erfahrungen, die ihre Kommiliton*innen mitbrachten noch nie erlebt zu haben. Diese Tatsache macht zum Beispiel deutlich, dass Ungleichheiten nicht immer einfach auf Klasse zurückzuführen sind. So hängen sie in einem Netz zusammen, in dem sich auch Gender und race befinden. Klassismus geht dabei oft unter, obwohl er doch so einen großen Einfluss haben kann.


Leseeindrücke…

Durch den Schreibstil und die persönliche Note, die hooks in ihr Werk eingebracht hat, ist das Thema Klassismus verständlich und interessant eingebettet.

Die Thematik, was von dem Erlebten (und den Ungerechtigkeiten) auf Klassismus, Gender oder Race zurückzuführen ist, wird dabei ebenfalls aufgegriffen und kontextualisiert. Insgesamt eignet sich das Buch daher aus meiner Sicht auch prima für Einsteiger*innen in das Thema Klassismus. Es war mein erstes Buch von bell hooks. Doch schon das hat mir gereicht, um ihren Status als absolute Ikone nachvollziehen zu können. Klare Leseempfehlung. Als nächstes steht bei mir "Dazu gehören" und "Alles über Liebe" auf der Lesesliste.




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